Gedanken im Quadrat [Jetzt aus Berlin!]

Sonntag, Juli 01, 2007

Kleine Quizfrage …

… am späten Sonntag Nachmittag. Wenn Wolfgang Koydl in einem sehr mäßigen Kommentar auf sueddeutsche.de den britischen Premier Brown kritisiert,[1], was hat dann in einem Artikel, der sich überhaupt nicht mit den USA beschäftigt die Formulierung »wirkte Brown eher wie ein US Marshal, der die Bevölkerung als Hilfs-Sheriffs in den Dienst presst« zu suchen?

Antwort: Es ist ein kleiner Anfall von Antiamerikanismus, der sich hier Bahn bricht. Der Marshal erinnert natürlich zunächst einmal an den Wilden Westen, und Amerikaner sind, das weiß ja jeder aufgeklärte Deutsche Europäer, Cowboys. Dann vertritt er die Regierung und somit »presst« die Regierung ihre Bürger zu unliebsamen Diensten. Und noch weiter gedacht »presst« der Weltpolizist USA (Buh Buh) andere friedliebende Völker zum Dienst in den Coalitions of the Willing. Alles gar nicht so schwer.

[1] Mit ziemlich lahmen Argumenten. Man kann einem Menschen, auch wenn er Premierminister ist, kaum vorwerfen, dass er zurückhaltend ist und die Erkenntnisse seiner Experten abwartet. Zumal es nun mal dem Terrorismus eigen ist, überraschend zuzuschlagen. Auch Tony Blair hätte nicht mit der Waffe in der Hand die Täter zusammengetrieben. Freilich, hätte Blair Brown so voreilig Dinge herausposaunt, wie sueddeutsche.de bei ihrer Berichterstattung zu den Ereignissen in London und Glasgow am Freitag und Samstag, hätte man ihm eben das vorgehalten. Dare if you do, dare if you don't. Das Leben kann so einfach sein.

[File under: Fingerübung in der inhaltanalytischen Bestimmung von Ressentiments]

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